Julia Haller

Julia Haller, 1978 in Frankfurt a.M. geboren, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg, an der Hochschule für bildende Künste in Dresden und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In Einzelausstellungen waren ihre Arbeiten u.a. in der Reisebürogalerie, Köln (2012), in der Galerie Nagel Draxler, Berlin (2013), im Boltenstern.Raum der Galerie Meyer Kainer, Wien (2014), bei Diana Lambert, Wien (2014), und in der Galerie Christian Andersen in Kopenhagen (2014) zu sehen. Im November eröffnet sie ihre erste institutionelle Ausstellung in Österreich, und zwar in der Secession in Wien.

Julia Haller lebt und arbeitet in Wien. 

» Galerie Nagel Draxler
» Galerie Meyer Kainer

Julia Haller, o.T., 2015, Knochenleim, Eisenoxidpigment, Kreide, Leinwand, Glasgravur, gerahmt, 5t-tlg.,

Courtesy: Galerie Nagel Draxler, Fotos Copyright: Till Megerle

Julia Hallers malerische Kraft

Eine besonders kompromisslose Haltung zeichnet das Werk von Julia Haller aus, die zur Preisträgerin des Kardinal-König-Kunstpreises 2015 gekürt wurde. Sie verhält sich kritisch zum allgegenwärtigen Kunstdiskurs und dessen Klassifizierungen. Dabei interessieren sie gerade die Kategorisierungen, die sie jedoch in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung außer Kraft setzt. Julia Hallers Prinzip ist die Verweigerung. „Ich versuche NICHT Bilder zu produzieren, die an mich erinnern. Wenn man das so sieht, sind auch die Bilder, die keinen Ursprung im Eigenen haben, Selbste“, sagt sie.

Ihre Werke und Werkserien „Ohne Titel“ scheinen sich weder um Form noch um Inhalt zu kümmern. An der Grenze des Wahrnehmbaren bleibt oft nur der Rest von einem Bild, von einer Zeichnung: etwa eine eingravierte Linie auf einer dunklen Fläche, die erst bei genauer Betrachtung zum Vorschein kommt. Oder sie fräst eine dunkle linienhafte Struktur in helle Mineralstoffplatten und lotet so das Medium Zeichnung aus. Gerade durch die Loslösung von den Regeln und vom Kanon der Kunstgeschichte erlangt das Malerische und Zeichnerische bei Julia Haller neue Kraft und neue Bedeutung. 

Begründung der Jury

Eine künstlerische Position, die sich dem Zeichnerischen und Malerischen anvertraut, gehört zu den raren, vielleicht innovativsten Möglichkeiten einer heutigen Kunstproduktion. Julia Haller artikuliert mit ihren Gouachen und Acrylbildern eine radikal neue Bildrhetorik jenseits von Erzählung oder Imagination. Sie malt, was man zu sehen vermeint; sie beschreibt, was man zu erkennen glaubt – es sind Zeichen einer Freiheit, einer Befindlichkeit, die sich nicht um tradierte Inhalte oder formale Schemata kümmert. Changierend zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, argumentierend mit Bildresten und ikonographischen Verweigerungen steht das Œuvre von Julia Haller für eine einzigartige Position und eine kompromisslose Haltung in der heutigen malerischen Praxis. 

Mitglieder der Jury 2015

  • Dr. Rainer Fuchs (Wien, mumok)
  • MMag. Alois Kölbl (Graz, Redakteur der Zeitschrift Kunst und Kirche, Hochschulseelsorger)
  • MMMag. Hubert Nitsch (Linz, Kunstreferent und Diözesankonservator; Salzburg, Kunstraum St. Virgil)
  • Dir. Dr. Angelika Nollert (München, Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich)
  • Dr. Margit Zuckriegl (Salzburg, Museum der Moderne)

Nominierte Künstlerinnen und Künstler 2015

Anna-Sophie Berger, Verena Dengler, Michael Fliri, Thomas Gänszler, Nilbar Güreş, Julia Haller, Markus Hofer, Markus Jeschaunig, Barbara Kapusta, Zenita Komad, Ulrike Königshofer, Marianne Lang, Sonia Leimer, Niklas Lichti, christoph mayer chm., Richard Nikl, Maruša Sagadin, Judith Saupper, Liddy Scheffknecht, Philipp Timischl, Christina Tsilidis, zweintopf

Fotos zur Verleihung des Kardinal König Kunstpreises 2015

 
 
 


Bildnachweise

Foto 1: Chiara Sannicandro, Lorenz Widauer /Foto St. Virgil
Foto 2: Blick in den Veranstaltungssaal /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 3: Prälat Dr. Johannes Neuhardt /Foto St. Virgil
Foto 4: LR Dr. Heinrich Schellhorn /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 5: Dr. Margit Zuckriegl /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 6: Dr. Rainer Fuchs /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 7: EB Dr. Franz Lackner, Preisträgerin Julia Haller /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 8: EB Dr. Franz Lackner, GF Dr. Antonia Gobiet /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 9: Anita Hübner, Prokurist Mario Schindlmayr (Würth Österreich) /Foto St. Virgil
Foto 10: Preisträgerin Julia Haller, EB Dr. Franz Lackner /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 11: Preisträgerin Julia Haller, EB Dr. Franz Lackner, Rektor Hans-Walter Vavrovsky /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 12: Prälat Dr. Johannes Neuhardt, Dr. Rainer Fuchs /Foto St. Virgil
Foto 13: Prälat Dr. Johannes Neuhardt, EB Dr. Franz Lackner /Foto Erzdiözese Salzburg
Foto 14: Finanzkammerdirektor Josef Lidicky, Mag. Thomas Klatzer (Privatbank Semper Constantia) /Foto St. Virgil
Foto 15: Finanzkammerdirektor Josef Lidicky, Dr. Harald Goertz, Mag. Isabella Hartmann /Foto St. Virgil
Foto 16: Architekt Andreas Knittel, LR Dr. Heinrich Schellhorn /Foto St. Virgil
Foto 17: Dr. Margit Zuckriegl, EB Dr. Franz Lackner, GF Dr. Antonia Gobiet, Preisträgerin Julia Haller, Prälat Dr. Johannes Neuhardt /Foto St. Virgil